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Gemeinde SITTERSDORF ZUGEHÖRIGE ORTE: Altendorf, Blasnitzenberg, Dullach, Goritschach, Hart, Homelitschach, Jerischach, Kleinzapfen, Kristendorf, Miklauzhof, Müllnern, Obernarrach, Pfannsdorf, Pogerschitzen, Polena, Proboj, Rain, Rückersdorf, Sagerberg, Sielach, Sittersdorf, Sonnegg, Tihoja, Weinberg, Wigasnitz, Winkel, Wrießnitz AUS DER GESCHICHTE: Im Gemeindegebiet von Sittersdorf erhebt sich der Burgberg von Sonnegg. Die Burg Sonnegg war im Mittelalter eine bedeutende Festung, in welcher das herzogliche Landesgericht im Jauntal untergebracht war. Das Adelsgeschlecht der "Sonnegger" führte einen Adlerflügel im Wappen, der noch heute im Gemeindewappen von Sittersdorf zu sehen ist. Bekannt wurde das Gebiet durch den Weinbau, der in Sittersdorf bis ins 19. Jahrhundert intensiv betrieben wurde. Der "Sitterdorfer Wein", dem man eine magenstärkende und appetitanregende Wirkung nachgesagt hat, wurde als "Gesundwein" sogar am spanischen Königshof Aus "Kärnten" - seine 131 Gemeinden, Kärntner Landesregierung; Eigenverlag 1995, S. 220-221 |
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... Eine besondere, heute in Vergessenheit geratene, zusätzliche Arbeit auf dem bäuerlichen Anwesen wurde einst dort verrichtet, wo sich bis ins vorige Jahrhundert noch Weingärten befanden. An die Weingärten erinnerte auch schon der mittelalterliche Reisende Santonino, obgleich er hervorhob, daß der Wein ziemlich sauer sei. Die Weinreben gediehen nur auf sorgsam bearbeiteten und gegen die Sonne gerichteten Hängen der Sattnitz (Weingarten bei Viktring), in Weinberg bei Sittersdorf und am Weinberg bei Trixen. Der Wein, der in der Gegend um Sittersdorf gepreßt und "der Sittersdorfer" (zitrajec) genannt wurde, galt als vortrefflich. Da er sogar ein Heilmittel für den Magen gewesen sein soll, bestellte ihn im Jahre 1526 angeblich sogar der spanische Kaiser Karl V., um seinem Leiden Abhilfe zu schaffen. Noch vor eineinhalb Jahrhunderten soll der Wein so süß geschmeckt haben, daß "das Glas am Tisch haftete". Zu Beginn unseres Jahrhunderts berichtete Matija Potocnik, daß der Mesner nach Mitternacht läuten mußte, damit sich die Bewohner im Bett umdrehten, ansonst hätte die Weinsäure ihre Mägen durchgefressen. ...
Aus Peter FISTER "Erlebte Architektur in Südkärnten" - Bauernhöfe, Bildstöcke, Kirchen Burgen, Schlössser; |
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ZUR FAMILIE: Ein Notariatsakt aus dem Jahre 1921, den ich zu Beginn der 80er-Jahre zufällig erhalten habe, betreffend die Übergabe einer Hube in Winkel an meinen Großvater Josef Logar (*14.2.1884), war lange Zeit mein einziger Bezugspunkt zur Gemeinde Sittersdorf. Damals fehlte mir allerdings jegliche Möglichkeit, die familiären Zusammenhänge zu verstehen, die in diesem - auch optisch - interessanten Dokument erwähnt werden. Irgendwann hat mir dann noch meine Mutter erzählt, sie könne sich zwar nur noch sehr dunkel daran erinnern, aber ihre Großmutter Maria Schimun, geb. Hribar (*rd.1848, Vellach/ Eisenkappel), wurde wahrscheinlich in Sittersdorf beerdigt. Ein Rundgang am örtlichen Friedhof erbrachte keinen Hinweis für diese Annahme. Die Vermutung konnte ich erst im Jahr 2001 bei der Durchsicht der Matrikeln von Sittersdorf bestätigen. Meine Urgroßmutter Maria Hribar starb tatsächlich in der Pfarre Sittersdorf und wurde dort auch begraben. Als Auszüglerin verbrachte sie ihre letzten Lebensjahre in der bereits weiter oben erwähnten Hube, in der kleinen Ansiedlung Winkel am linken Vellach-Ufer. Diese Adam-Hube spielte über mindestens 100 Jahre (bis 1938) immer wieder eine Rolle in meiner Familiengeschichte.
Die Matrikeln der Nachbarpfarre St. Veit im Jauntal beinhalteten ebenfalls eine Fülle von Anhaltspunkte für meine Nachforschungen. Überraschend kristallisierte sich vor allem Proboj als bedeutender Ort in der Geschichte meiner "Altvordern" heraus. Überraschend insofern, weil niemand mehr in meiner Familie mütterlicherseits über irgendwelche Verbindungen zu Proboj Bescheid wusste. Dabei wurde mein Großvater Josef Logar (s.o.) noch in Proboj geboren, übrigens als einziger Sohn unter den zehn Kindern seiner Eltern. Seine Mutter Gertraud Kumer (*11.3.1839), deren Vater Lukas Kumer (*10.10.1806) und deren Großvater Franz Kumer (*rd. 1773) waren ortsansässig und als vlg. Godl bekannt. Der Familienname Logar, der ja der Geburtsname meiner Mutter war, kann damit von Vellach (bei Gallizien) über Proboj und Goritschach (beide Orte gehören heute zur Gemeinde Sittersdorf) bis nach Ebriach (bei Eisenkappel) zurückverfolgt werden. Mein Urgroßvater Peter Logar (*10.4.1839) erblickte in Goritschach, als fünftes von sieben Kindern das Licht der Welt. Dessen Vater, mein 2-facher Urgroßvater Jakob Logar war aus Ebriach gebürtig und ehelichte 1829 in Goritschach Maria Peterlin vulgo Tschepik. Wie üblich, ist der Vulgo- und Familienname Tschepik in den Matriken ebenfalls in verschiedenen Schreibweisen zu finden: Zhepik, Zheppik, Zhepko, und auch die slowenische Variante Cepik ist zeitweise vertreten. |
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Wer war Maria Peterlin? Die besonderen Umstände rund um die Familie Jakob Logar (oder Lager) und Maria Peterlin (oder Tschepik) veranlassen mich, diesen Fall, exemplarisch für alle anderen Nachforschungen, näher zu beschreiben. Meine Mutter benötigte für ihre Eheschließung mit meinem Vater eine beglaubigte Trauungs-Urkunde ihrer Eltern vom Pfarramt Möchling. In diesem Dokument sind die Namen aller meiner vier Urgroßeltern mütterlicherseits angeführt. Dadurch wusste ich praktisch bereits seit Anbeginn meiner genealogischen Nachforschungen, dass mein Urgroßvater Peter Logar in Proboj gelebt hatte. Zweifelsfrei ein Glücksfall, mit dem ich auch einige Jahre zufrieden sein konnte.
Am Anfang des Jahres 2001 wollte ich dann mehr über diesen Peter Logar wissen. Sein Sohn, mein Großvater Josef Logar, kam in Proboj zur Welt. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass Proboj der Pfarre St. Veit im Jauntal zugehörig sei. Die Matriken von St. Veit im Jauntal lagerten damals noch nicht im Archiv, befanden sich vermutlich also noch in der zuständigen Pfarre, im speziellen Fall in St. Primus im Jauntal. Ich nahm Kontakt mit dem Pfarrer auf, der mir bestätigte, dass die gesuchten Matriken vorhanden wären. Drei, vier Wochen später wollte ich einen Besuchstermin in der Pfarre St. Primus vereinbaren, um Einblick in die Bücher zu nehmen. Der Pfarrer musste mir allerdings mitteilen, dass die alten Matriken inzwischen von den Mitarbeitern des Archivs abgeholt worden waren. Ich begann im Archiv der Diözese Gurk die Kirchenbücher von St. Veit im Jauntal nach Spuren von Peter Logar zu durchsuchen. Im "Sterbregister" wurde ich gleich doppelt fündig: Dem entsprechenden Eintrag zum Tod meines Urgroßvaters ist eine Hinweis auf seine Eheschließung in der Nachbarpfarre Sittersdorf beigefügt. Proboj ist eines jener Dörfer, dessen Häuser zwei Pfarrsprengeln zugehörig sind, St. Veit im Jauntal und Sittersdorf ("Ortsregister von 1860"). Im "Taufprotokoll" von Sittersdorf fand ich wenig später auch den Geburtseintrag meines Urgroßvaters Peter Logar, der in Goritschach geboren wurde.
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Als Eltern werden Jakob Logar aus Unterebriach, Pfarre Kappel, und dessen "Eheweib" Maria Tschepik aus Goritschach genannt. Die Heiratseintragung meiner 2-fachen Urgroßeltern kann ich mit Sommerbeginn des selben Jahres im "Trauungs-Buch" der Pfarre Sittersdorf finden. Dort steht: 2. März 1829; Goritschach 10; Bräutigam: Jakob Lager, 25 Jahre, ehelicher Sohn des Andreas Lager und der Hellena Schneweis aus Unterebriach; und Braut: Maria Peterlin, 24 Jahre, eheliche Tochter des Thomas Peterlin vlg. Tschepik und der Maria Oshmalz.
Da sich die Matriken von Eisenkappel noch in der örtlichen Pfarre befinden, konnte ich von meinem 2-fachen Urgroßvater bisher kein bestätigtes Geburtsdatum eintragen.
Zu Beginn des Jahres 2002 kontrollierte ich nochmals die entsprechenden Eintragungen im Trauungs-Buch und im zugehörigen "Repertorium". Alle bisherigen Daten stimmten.
Im März 2002 wandte ich mich mit diesem Problem an den Archivmitarbeiter Dr. Tropper. Gemeinsam versuchten wir dieses Problem zu lösen. Wir durchforsteten nochmals alle in Frage kommenden Matrikeln und kontrollierten die Daten. Alles stimmte. Zuzüglich nahmen wir Einblick in die "Seelenbeschreibung der Pfarre St. Helena zu Sittersdorf 1838-1841". Darin wird "Maria Logar, geb. Oshmalz", mit dem Geburtsdatum 19.11.1796 geführt. Offensichtlich wurde meine 2-fache Urgroßmutter auch in dieser "Seelenbeschreibung" (Volkszählung) mit der schon als Kind verstorbenen Maria Tschepik verwechselt. Oshmalz war übrigens der Mädchenname ihrer - vermeintlichen - Mutter.
Wer war nun meine Anmerkung: Die slowenischen Buchstaben c,C,s,S,z,Z mit dem stresica ("Hatschek") werden ersatzweise unterstrichen dargestellt. |